Montségur – Burgen & Schlösser.

Burgen – Montségur

Montségur

Die Burgruine Montségur liegt in der Region des Languedoc im Süden Frankreichs (etwa 20 Kilometer von der Stadt Foix - südlich von Toulouse). nahe bei den Pyrenäen gelegen. Sie war eine der wichtigsten und zugleich die letzte bedeutende Katharerfestung im damaligen Occitanien. Die Katharer waren eine Christliche Sekte die vor etwa 800 Jahren immer mehr an Einfluss gewann. Mit dem Beginn des großen Kreuzzugs gegen sie im Jahre 1209 kam das Ende der Katharerbewegung. 1232 wurde Montségur auf Beschluss des Katarer-Bischofs von Toulouse, Guilhabert de Castres, die 'Hauptstadt' der katharischen Kirche. Mit der Kapitulation der Burg Montségur nach fast einjähriger Belagerung, verloren sie 1244 einen ihrer wichtigsten Stützpunkte. 

Sie thront auf einem wahrhaft imposanten Felsblock, wirkt eher wie ein zu Stein gewordenes Adlernest als ein von Menschenhand errichtetes Bauwerk. Der Zahn der Zeit hat im Verlauf der Jahrhunderte an dem mysteriösen Bau genagt und doch versteht man auch heute noch, warum er Montségur genannt wurde.

Der Begriff leitet sich von "Mont Sur" ab: sicherer Berg. Und sicher fühlten sich in ihrer Festung die Katharer. Hier meinten sie seien sie unerreichbar für die Inquisition. Hier hielten sie die wichtigen Rituale ihres Geheimordens ab, die niemals Uneingeweihten anvertraut wurden. Sie sind uns daher unbekannt geblieben. Die Katharer haben das Geheimnis lachend und singend mit auf die Scheiterhaufen genommen.

Etwa 10 Jahre später fiel schließlich auch die letzte namhafte Katharerburg Querybus (einige Kilometer östlich der Montségur). Am Fuße der Burg gibt es einen Parkplatz, von wo aus man über einen steinigen Pfad zur Burg gelangt. Oben angekommen bietet sich erstmal ein grandioser Ausblick auf die Pyrenäen und das umliegende Land. Wenn es sich irgendwie machen lässt sollte man sich einen Sonnenaufgang vom Turm der Ruine auf gar keinen Fall entgehen lassen, denn die Burg ist auch für ihre Sonnenaufgänge berühmt.  



Wir wissen, dass es in Montségur ein "Sonnenzimmer" gab. Wie mögen die Zeremonien ausgesehen haben, die in jenem Raum feierlich begangen wurden? Wir wissen es nicht. Gewiss, man könnte Spekulationen anstellen. Man könnte mutmaßen, dass die Bezeichnung auf irgendwelche alchimistischen Vorgänge anspielt. Die Katharer betrieben aber keine Alchimie, zumindest gibt es dafür nicht auch nur den Hauch eines Hinweises. Tatsächlich passte diese Geheimwissenschaft auch gar nicht zu ihrem Glauben. Alles Materielle wurde von ihnen verachtet: Blei genauso wie Gold. Warum sollten sie sich dann darum bemühen, aus unedlen Metallen edlere herzustellen? Gold war in ihren Augen auch gar nicht erstrebenswert. Sein Besitz beschmutzte nur die Seele.

Alchimistisch waren die Katharer allenfalls im übertragenen Sinne: Durch Abstinenz von allem Unreinen verwandelten sie sich, indem sie ihre Seele reinigten. Man mag es als den großen Triumph der Katharer ansehen, dass sie trotz schlimmster Folterqualen das Geheimnis des Sonnenzimmers bewahrten. Es erscheint dem Verfasser als geradezu blasphemisch, durch Spekulationen dieses Rätsel ans Tageslicht zerren zu wollen.

Die Burg: Befindet man sich im Innern, so kann man sich nur schwer vorstellen, wie hier über 200 Menschen über längere Zeit leben konnten. Man muss dazu wissen, dass die Katharer fast ausschließlich in unterirdischen Gängen und Gewölben, die sie unter der Burg gegraben haben, lebten. In der eigentlichen Burg wohnten die Ritter mit ihren Familien.

Die Burg galt als uneinnehmbar. Über einen geheimen Pfad blieben die Katharer während der Belagerung in Kontakt zu ihren Verbündeten. Es wird vermutet, dass die Katharer, die selbst keinen Besitz haben durften, einen riesigen Schatz hatten. Dieser sollte der Legende nach auch den heiligen Gral beinhaltet haben. Wenn es diesen Schatz jemals gab, so haben sie ihn wohl noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht, denn die Durchsuchung nach der Kapitulation und auch unzählige Ausgrabungen auf dem Montségur blieben erfolglos.

Weitere Bilder vom Montségur

 Geschichtsdaten:

1204 Montségur wurde erbaut und war der Sitz der treuesten Anhänger des Katharismus.
1209 Beginn des großen Kreuzzuges
August 1209 Einnahme der Katharerstadt Carcasonne
Mai 1211 Die Burg Lavaur wird eingenommen
1235 1. Aufstand gegen die Inquisition in Toulouse
Mai 1243 Beginn der Belagerung der Burg Montségur
1. März 1244 Kapitulation der Burg
16. März 1244 Übergabe an den König von Frankreich und an die Kirche. Am 16. März 1244 stiegen 207 Katharer vom Roc de Montségur und wurden auf dem Prats des Cramats (okzitanisch: Feld der Verbrannten) auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Damit waren die Katharer im Südwesten Frankreichs ausgerottet. Einkerkerung der Ritter.
August 1302 Befreiung der restlichen Gefangenen aus dem Kerker
1330 Der Inquisitor Fournier lässt die letzten Katharer in der Höhle von Lombrives einmauern