Das Verhältnis zum Islam – Logen & historische Bünde.
Das Verhältnis zum Islam
Ein wesentliches außenpolitisches Problem für die christliche Welt stellte der Islam dar, der in seinem Streben westwärts zunächst im 7. Jahrhundert das damals christliche Oströmische Reich angriff. In der Folge wurden Palästina, Ägypten und Nordafrika und schließlich Spanien erobert. Nachdem das oströmische Reich durch die Langobarden 751 schon aus Mittelitalien verdrängt worden war (Fall des Exarchats Ravenna) ging in kurzer Zeit der Großteil des Reichsgebietes an die Araber verloren. Kaiser Alexios Komnenos schließlich bat den Papst um Unterstützung. Dass im Islam eine große Gefahr nicht nur für das oströmische Reich gesehen wurde, erklärt den großen militärischen Aufwand aller christlichen Mächte der damaligen Zeit. Schließlich grenzte das islamisch-arabische Machtgebiet an den Pyrenäen an Frankreich, alle Mittelmeerinseln und Teile Süditaliens waren zeitweise von Arabern besetzt und wurden auch nach Rückeroberung immer wieder von ihnen angegriffen. Das oströmische Sizilien wurde ab 827 von den Arabern erobert, dann von den Normannen, bis es 1189 an Heinrich VI. fiel, wodurch das staufische Reich ebenfalls direkt an den islamischen Machtbereich grenzte.
Da das oströmische Reich militärisch immer schwächer wurde und islamische Truppen Städte in Kleinasien bedrohten und schließlich eroberten und verwüsteten (z.B. 1080 Nicäa und 1090 Ephesos), war der Kreuzugsgedanke auch in der Folgezeit eine immer wiederkehrende Komponente der europäischen Politik. So wurde eine Militärexpedition erwogen, um Konstantinopel im Jahr 1453 gegen Mehmet II zu verteidigen. In der selben Tradition und Gedankenwelt steht die konzertierte militärische Hilfe christlicher Mächte (z.B. das Deutsche Reich und Polen) bei der Verteidigung Wiens 1683; als Kreuzzug im engeren Sinn werden freilich nur militärische Expeditionen nach Palästina bezeichnet.