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Tempelritter |
Tempelritter
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Das eindeutigste Symbol der Templer ist das Siegel des Ordens.
Es zeigt zwei gepanzerte Reiter auf einem Pferd. Manche Forscher und
Autoren glauben darin einen Hinweis auf die Armut des Ordens
Paupres commilitones Christi templique Salomonici zu erkennen.
Diese These der 'zwei armen Ritter auf einem Pferd' hält jedoch
keiner wissenschaftlichen Prüfung stand, denn der Begriff 'arm'
hatte in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung. Zudem
gestattet bereits die frühe lateinische Regel den Rittern den
Gebrauch von zwei, die spätere Regel sogar drei Pferden, ein in der
damaligen Zeit für viele einfache Ritter aus dem niederen Adel ein
schier unerschwinglicher Luxus. |
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Das Motiv entspricht ganz offensichtlich dem Grundgedanken des
klösterlichen Zusammenlebens und scheint nichts anderes als die
besonders ausgeprägte Brüderlichkeit sowie die Einigkeit und Hingabe
zu versinnbildlichen. Die Symbolik des Siegels wird insbesondere
durch die Kapitel 15 und 33 verdeutlicht, wonach die Ordensbrüder
angehalten werden, nach Möglichkeit nur zu zweit aus einer Schüssel
zu essen sowie paarweise das Ordenshaus zu verlassen. |
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Das offizielle
Siegel des Großmeisters zeigt eine Kuppel über einem auf Säulen
ruhenden Rundbau. Allerdings ist man sich nicht einig, ob damit der
templum Domini oder die Grabeskirche - beides sind
Zentralbauten - dargestellt wird. In jedem Fall wurde damit auf die
Anfänge des Ordens Bezug genommen. Der Tempelbezirk war die erste
Niederlassung und bis 1187 der Hauptsitz der
Großmeister. Sollte
hingegen auf dem Siegel das Heilige Grab abgebildet sein, wird damit
die ursprüngliche Aufgabe - der Schutz der Heiligen Stätten -
symbolisch wiedergegeben. |
| Doch soll die Frage, was
denn eigentlich ein christlicher Ritterorden mit jenem Symbol aus
einer orientalisch-synkretischen Heilslehre zu schaffen hatte, nicht
unbeantwortet bleiben. Denn zu groß ist die Gefahr einer
Fehlinterpretation, zumal zahlreiche Forscher« immer noch hartnäckig
nach schlüssigen Indizien für eine bisher nicht beweisbare
Geheimlehre suchen. Des vermeintlichen Rätsels Lösung scheint
Baltrusaitis entdeckt zu haben. Das christliche Abendland zeigt eine außerordentliche Vorliebe für
aus der Antike stammende geschnittene Edelsteine, denen wundersame
Kräfte zugeschrieben wurden. Bereits im frühen Mittelalter schmückte
man Reliquiare bevorzugt mit Gemmen, in denen exotische Tiere oder
antike Gottheiten eingeschnitten waren. Diese sonderbare Praxis
lässt sich dadurch erklären, dass solche eingeschnittenen Figuren
aus der griechischen Mythologie fälschlicherweise für Gestalten der
Bibel gehalten wurden. Dementsprechend bezeichnete man die Gemmen
als »Steine Israels« - sie galten nicht als Menschenwerk, sondern
als eine Art Naturwunder, wie selbst Albertus Magnus von einer Kamee
berichtet, die den weltberühmten Dreikönigsschrein im Kölner Dom
zierte: Est a natura, non ab arte. Sogar Matthaeus
Parisiensis zeigte sich von den gravierten Gemmen fasziniert - er
legte persönlich ein umfassendes Verzeichnis aller im Besitz seines
Klosters St. Alban befindlichen Steine an. |
| Könige und Fürsten verwendeten diese
Steine mit dem Abbild heidnischer Götter des Öfteren als
Privatsiegel, wie etwa
Karl der Große das Bildnis des Jupiter
Serapis. Mit den Bewegungen der Kreuzzüge und ganz besonders nach
der gründlichen Plünderung Konstantinopels im Jahre 1204 gelangten
große Mengen von diesen Gemmen nach Europa. In Form von Schenkungen
oder Stiftungen »frommer« Kreuzfahrer fanden viele davon den Weg in
Klöster und Kathedralen, doch wurde auch das Siegeln mit antiken
Steinen im 13. Jahrhundert viel populärer als früher. Man benutzte
sie vor allem als Gegen- oder Beisiegel contrasigillum secreti, und
es haben, sich aus dieser Zeit so zahlreiche Abdrücke verschollener
Gemmen erhalten, dass die damit versehenen Briefe auch für
Kunsthistoriker von großem Interesse sind. Diesen Feststellungen ist
auch in dem konkreten Fall des templerischen Abraxassiegel nichts
hinzuzufügen und dürfte solcherart das in diesem Zusammenhang
aufgetauchte Scheinproblem jenes Abbildes geklärt haben. |
| frei nach Hartwig
Sippel Die Templer |
| [Quelle] |
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Siegel des
Templerorden aus verschiedenen Zeiten ohne Erklärung
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