Zisterzienser - Bernhard von Clairvaux – Mittelalter.

Zisterzienser – Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux

geboren um 1091 in Fontaines bei Dijon
gestorben 20. August 1153 in Clairvaux
Heiligsprechung 1174 (Festtag am 20. 8.)


 
Bernhard bei der Unterweisung seiner
Mönche im Kapitelsaal in Clairvaux während
im Keller der Teufel lauert

Der Heilige Bernhard wurde 1091 auf dem Schloss seiner adeligen Familie in der Champagne geboren. Über seine Kindheit ist fast nichts bekannt. 1112 trat er in den Zisterzienserorden ein und wurde schon 1115 Abt des neuen Zisterzienserklosters von Clairvaux-sur-Aube. Die Zisterzienser wurden 1098 durch den heiligen Robert von Molesme in Citeaux gegründet und wurden dank Bernhard stärkster Reformorden der Benediktiner. Er gründete 68 weitere Klöster für seinen Ordenszweig. Er wurde der berühmteste Zisterzienser und einer der einflussreichsten kleralen Personen des Mittelalters.

Bernhard übte durch die Erneuerung des kirchlichen Geistes bei Adel, Klerus und Volk großen Einfluss auf seine Zeit aus. Er war Begründer einer neuen, sakralen Mystik des Mittelalters und hatte weitreichenden Einfluss auf die Reichsentwicklungen ("ungekrönter König im Abendland") als Ratgeber der Päpste und Fürsten.

Zeitgenossen beschrieben ihn als gebildeten Redner der jeden in seinen Bann zog. Die jungen Männer liefen ihm scharenweise hinterher, obwohl er Keuschheit und Armut predigte. Doch ist auch bekannt das er ein gnadenloser Verfolger von kirchenfeindlichen Strömungen war. Er lies Bücher verbrennen und Kritiker der Kirche verhaften, die in seinen Augen häretisch waren. Er prägte wesentlich den Zisterzienserordens und predigte leidenschaftlich für den 2. Kreuzzug. Er hieß die Gewalt im Namen Gottes für gerechtfertigt und bezeichnete die Kreuzfahrer und Ritterorden als Verteidiger des Glaubens. 1174 wurde er heilig gesprochen und nach der Heiligsprechung erfuhr der Orden der Zisterzienser nochmals eine Hochphase wie unter Bernhard.


1830 wurde der Heilige Bernhard zum Kirchenlehrer erhoben.

Bernhard bei der Predigt vor
betenden Nonnen

Lobschrift für den hl. Bernhard
aus dem 14. Jahrhundert


Bernhard und die Templer

Im Jahr 1129 verfasste er die Lobschrift "De laude novae militae - Das Lob der neuen Ritterschaft" auf den Templerorden, welcher darauf hin massiv expandieren konnte. Er hatte stets gute Kontakte zu den Templern und verfasste auch die strengen Regeln der Tempelritter. Bernhard war der Neffe von André de Montbard, einem der Gründerväter des Templerordens. Durch Bernhards Fürsprechen erließ der Papst mehrere Bullen (Tempelritter - Bevorzugungen durch den Papst) auch , welche sehr vorteilhaft für die Ausdehnung der Templer waren. Wohl ist auch der fast schon fanatische Marienkult der beiden Orden (Zisterzienser/Templerorden) auf Bernhard zurückzuführen.


Bernhard und die Albigenser/Katharer

Ab 1145 griff der hl. Bernhard in die Katharer/Albigenser-Krise ein. Er verfasste ein Werk mit dem Namen "Cantique des Cantiques", dass die Albigenser als Ketzer und Feinde des Glaubens verurteilte. Nach einer wirkungslosen Bittschrift an den Adel im Albigensergebiet um Toulouse, und unternahm er eine Reise dorthin.

In Toulouse wohnte er bei einem Streitgespräch bei, dass zwischen dem Klerus, dem Adel und den Anführeren der Albigenser stattfand. Wiederum hatte er nur wenig Erfolg. Bei einer seiner Predigten in Verfeil, machte die Bevölkerung einen solchen Lärm, dass Bernhard die Predigt beendete. Er verfluchte die Ketzerstadt mit den Worten "Verfeil, Gott soll Dich austrocknen" - Verfeil bedeutet aus dem Lateinischen "Grünes Blatt".
Die Anfeindungen in dieser Gegend gegenüber dem Klerus mussten so massiv gewesen sein, dass Bernhard die Stadt später "Sedes Satanae - Satans Sitz" bezeichnete. Er erlebte die Ausrottung der Albigenser nicht mehr und für ihn war es eine der wenigen Misserfolge, die ihm widerfuhren.

 

Bernhard labt sich an der Muttermilch
der Jungfrau Maria

Papst Urban II. bei der Einweihung des
dritten Clairvaux-Klosters von Cluny