Der Heilige Bernhard wurde 1091 auf dem Schloss seiner
adeligen Familie in der Champagne geboren. Über seine Kindheit ist fast
nichts bekannt. 1112 trat er in den Zisterzienserorden ein und wurde schon
1115 Abt des neuen Zisterzienserklosters von Clairvaux-sur-Aube. Die Zisterzienser
wurden 1098 durch den heiligen Robert von Molesme in Citeaux gegründet
und wurden dank Bernhard stärkster Reformorden der Benediktiner. Er gründete
68 weitere Klöster für seinen Ordenszweig. Er wurde der berühmteste Zisterzienser
und einer der einflussreichsten kleralen Personen des Mittelalters.
Bernhard übte durch die Erneuerung des kirchlichen
Geistes bei Adel, Klerus und Volk großen Einfluss auf seine Zeit aus.
Er war Begründer einer neuen, sakralen Mystik des Mittelalters und hatte
weitreichenden Einfluss auf die Reichsentwicklungen ("ungekrönter König
im Abendland") als Ratgeber der Päpste und Fürsten.
Zeitgenossen beschrieben ihn als gebildeten Redner
der jeden in seinen Bann zog. Die jungen Männer liefen ihm scharenweise
hinterher, obwohl er Keuschheit und Armut predigte. Doch ist auch bekannt
das er ein gnadenloser Verfolger von kirchenfeindlichen Strömungen war.
Er lies Bücher verbrennen und Kritiker der Kirche verhaften, die in seinen
Augen häretisch waren. Er prägte wesentlich den Zisterzienserordens und
predigte leidenschaftlich für den 2. Kreuzzug. Er hieß die Gewalt im Namen
Gottes für gerechtfertigt und bezeichnete die Kreuzfahrer und Ritterorden
als Verteidiger des Glaubens. 1174 wurde er heilig gesprochen und nach
der Heiligsprechung erfuhr der Orden der Zisterzienser nochmals eine Hochphase
wie unter Bernhard.
1830 wurde der Heilige Bernhard zum Kirchenlehrer
erhoben.
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Bernhard bei der Predigt vor
betenden Nonnen
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Lobschrift für den hl. Bernhard
aus dem 14. Jahrhundert
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Bernhard und die Templer
Im Jahr 1129 verfasste er die Lobschrift "De laude
novae militae - Das Lob der neuen Ritterschaft" auf den
Templerorden, welcher darauf hin massiv expandieren konnte.
Er hatte stets gute Kontakte zu den Templern und verfasste auch die strengen
Regeln der Tempelritter. Bernhard war der Neffe von
André de Montbard, einem der Gründerväter des Templerordens. Durch
Bernhards Fürsprechen erließ der Papst mehrere Bullen (Tempelritter
- Bevorzugungen durch den Papst) auch , welche sehr vorteilhaft für
die Ausdehnung der Templer waren. Wohl ist auch der fast schon fanatische
Marienkult der beiden Orden (Zisterzienser/Templerorden)
auf Bernhard zurückzuführen.
Bernhard und die Albigenser/Katharer
Ab 1145 griff der hl. Bernhard in die Katharer/Albigenser-Krise
ein. Er verfasste ein Werk mit dem Namen "Cantique des Cantiques",
dass die Albigenser als Ketzer und Feinde des Glaubens verurteilte. Nach
einer wirkungslosen Bittschrift an den Adel im Albigensergebiet um Toulouse,
und unternahm er eine Reise dorthin.
In Toulouse wohnte er bei einem Streitgespräch bei,
dass zwischen dem Klerus, dem Adel und den Anführeren der Albigenser stattfand.
Wiederum hatte er nur wenig Erfolg. Bei einer seiner Predigten in Verfeil,
machte die Bevölkerung einen solchen Lärm, dass Bernhard die Predigt beendete.
Er verfluchte die Ketzerstadt mit den Worten "Verfeil, Gott soll Dich
austrocknen" - Verfeil bedeutet aus dem Lateinischen "Grünes Blatt".
Die Anfeindungen in dieser Gegend gegenüber dem Klerus mussten so massiv
gewesen sein, dass Bernhard die Stadt später "Sedes Satanae - Satans Sitz"
bezeichnete. Er erlebte die Ausrottung der Albigenser nicht mehr und für
ihn war es eine der wenigen Misserfolge, die ihm widerfuhren.
Bernhard labt sich an der Muttermilch
der Jungfrau Maria
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Papst Urban II. bei der Einweihung des
dritten Clairvaux-Klosters von Cluny
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