Tempelritter

Wilde Krieger! Sagenhafter Reichtum! Mystische Schätze! Geheimbünde, Intrigen und Zauberei. Das ist die faszinierende Geschichte der Tempelritter.

Auch wenn sich die Geschichte der Templer liest wie eine der Sagen um König Artus und seine Tafelrunde, so ist sie doch kein Phantasieprodukt. Den Orden der armen Ritter Christi und des Tempels von Salomon - auch Tempelritter, oder noch kürzer Templer genannt - gab es wirklich.

Innerhalb einer Zeitspanne von 200 Jahren entwickelte sich aus der ursprünglich neunköpfigen Gruppe wohlmeinender Adliger, die einzig und allein den Schutz des Heiligen Landes vor den Sarazenen zum Ziel hatten, die wohl mächtigste - und geheimnisvollste -Organisation aller Zeiten.

Die Geschichte der Templer steckt voller schillernder Gegensätze. Trotz ihrer tief empfundenen Religiosität hatten sie keine Mühe, Männer, Frauen und Kinder im Namen Gottes abzuschlachten. Diese Kriegermönche besaßen mehrere sagenumwobene Schätze der Christenheit, darunter - so wird erzählt – die Dornenkrone, die Jesus Christus trug, als man ihn ans Kreuz schlug.
Zudem standen sie in dem Ruf, die Hüter der geheimnisvollsten und anbetungswürdigsten aller christlichen Reliquien zu sein, des Heiligen Grals. Der Reichtum der Templer schien unermesslich. Europas Könige krochen vor ihnen zu Kreuze, um Darlehen zu erbitten. Sie entwickelten Finanzierungsinstrumente, die noch heute fundamentale Bestandteile des internationalen Bankensystems sind, wie die Banknote oder den Kreditbrief. Doch die einzelnen Mitglieder dieses Geheimbunds besaßen persönlich keinen Pfennig, denn sie fühlten sich an ihr feierlich abgelegtes Armutsgelübde gebunden.
Doch als der Orden im 14. Jahrhundert zerschlagen wurde, lösten sich die immensen Reichtümer buchstäblich in Luft auf. Um den Verfolgungen durch Philipp IV von Frankreich zu entgehen, nahmen Sie sowohl den Templerschatz als auch ihre mächtige Flotte, die vor La Rochelle versammelt lag, und verschwanden. Ihr Verbleib konnte bis zum heutigen Tag nicht geklärt werden.

Geschichtsbücher wissen zu berichten, dass die Templer im Besitz eines mysteriösen ,großen Geheimnisses' waren. Einige Historiker bringen dieses Geheimnis in Verbindung mit dem Heiligen Gral. Doch neuere Veröffentlichungen zum gleichen Thema zeichnen ein anderes Bild. Demnach kann es sich bei dem "großen Geheimnis" auch um ein Spezialwissen gehandelt haben, dessen Aufdeckung unser fundamentales Verständnis vom Christentum womöglich unterminieren könnte.
Ebenso mysteriös sind Berichte, denen zufolge der Orden niemals aufgehört hat, zu existieren. Nach allgemeiner Auffassung kam das Ende der Templer mit dem Tag der Hinrichtung ihres letzten Großmeisters. Jacques de Molay wurde im Jahr 1314 bei lebendigem Leibe und coram publico verbrannt. Doch einige Historiker sind der Überzeugung, dass die Templer lediglich ihren Namen änderten und danach in den Untergrund gingen.
Mit ziemlicher Sicherheit lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Orden und einigen Persönlichkeiten der jüngeren Zeitgeschichte feststellen, hunderte von Jahren nach dem Tag seiner vermeintlichen Zerschlagung. Sir Isaac Newton wird genannt, ebenso Vasco da Gama, der große Entdecker, der seine Reisen stets mit dem Templerkreuz auf den Segeln antrat. Auch Kolumbus soll es ihm gleichgetan haben.

Zudem geht das Gerücht, die Templer hätten um die 80 Jahre vor diesem Amerika entdeckt. Schließlich sind da noch diejenigen, die glauben, der Orden existiere bis zum heutigen Tag, wenngleich unter einem anderen Namen. Seine Mitglieder kommen angeblich auch heute noch aus ganz Europa zusammen, um hinter verschlossenen Türen undurchsichtigen Geschäften nachzugehen, geheimnisvolle Rituale zu pflegen und über unser aller Schicksal zu beraten. [Quelle: Aena]
Auch wenn sich die Geschichte der Templer liest wie eine der Sagen um König Artus und seine Tafelrunde, so ist sie doch kein Phantasieprodukt

“I templari c’entrano sempre - Die Templer hatten irgendwie immer ihre Finger im Spiel” schreibt kein geringerer als Umberto Eco, der weltberühmte Semiotiker und Autor des Bestsellers “Der Name der Rose” in seinem zweiten großen History-Thriller “Das Foucaultsche Pendel”. Sicher, Eco spielt hier mehr auf das “Erbe der Templer” an, auf die Legenden über ein Weiterleben im Untergrund nach der offiziellen Auflösung des Ordens durch das Konzil zu Vienne.