Rosenkreuzer

Der Einweihungsweg der Rosenkreuzer

A.M.O.R.C. ist ein spiritueller Entwicklungsweg, der in der Tradition der alten Rosenkreuzer steht. Dieser Weg besteht einerseits aus dem Heimstudium mit Übungen und Meditationen, andererseits aus den Mystischen Ritualen in den Tempeln der Logen sowie den Initiationen, also den Einweihungen in die nächst höhere Erkenntnis- und Bewusstseinsstufe. Da diese Initiationen eine wichtige Rolle spielen, nennt A.M.O.R.C. sich auch Einweihungsweg oder Initiatenorden.

Ein Orden ist weder ein Kloster noch etwas Abgeschiedenes, "Orden" bezeichnet vielmehr einen Zusammenschluss auf der geistigen, spirituellen Ebene. Den Zutritt zu einem Orden erwirbt man sich nicht im materiellen Bereich, man muss ihn sich im Geistigen erarbeiten. Ein solcher Orden bedeutet auch sanfte Führung aus transzendenten Bereichen, sofern man dies wünscht und zulässt.

Zu den großen Geheimgesellschaften gehörte einst die der Rosenkreuzer. Es sieht so aus, als ob ihre Mitglieder heute - anders als früher - nicht bewusst im Verborgenen wirken wollen, um ihre Geheimnisse zu wahren. Vielmehr ist das Interesse an den Rosenkreuzern - wie überhaupt an den großen Geheimbünden - stark gesunken. Dabei mag ein ganz anderer Eindruck entstehen, wenn man beachtet, dass sich Bücher über Geheimgesellschaften höchster Beliebtheit erfreuen. In den oft reißerisch gemachten Werken geht es aber häufig nicht um seriöse Information, sondern um das Geschäft mit dem Geheimnisvoll-Skurrilen. Wo nicht überprüfbare Sensationen geboten werden, da bleiben die Informationen auf der Strecke. Und wo in der Öffentlichkeit Informationen fehlen, da können geschäftstüchtige Autoren absurdeste Behauptungen aufstellen, die freilich einer seriösen Überprüfung nicht standhalten.

Die Zahl der aktiven Rosenkreuzer sinkt. In Amerika scheint das Leben dieser Geheimgesellschaft noch am vitalsten zu sein. Als Gründer des Geheimbundes der Rosenkreuzer wird Christian Rosencreuz angesehen, der 1378-1484 gelebt haben soll. Gelebt haben soll, denn heute ist seine historische Existenz umstrittener denn je. Dabei verfügen wir über umfangreiche Daten aus seiner Biografie. Sie wurde angeblich von Johann Valentin Andreae (1586-1654) zusammen mit weiteren, ungenannten Autoren verfasst. Enthalten ist sie in der mysteriösen Schrift "Fama Fraternitatis" ("Geschichte der Bruderschaft"). In gedruckter Form erschien sie 1614 in Kassel, nachdem das Werk bereits mehrere Jahre als Handschrift zirkulierte.